Arbeitsgemeinschaft der Hochschulpressestellen in Deutschland
Jahrestagung 2004 an der TU Wien
Wienerisch
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A
[Top]

abezahn faulenzen, nichts tun

Abezahra fauler Mensch (in der arbeit)

abgeben "den Löffel abgeben" = sterben

abhauen 1. flüchten, verschwinden 2. (sich) amüsieren. "Gestern hab i mi wieder abghaut"

abschmalzen in erhitztem Fett schwenken

abstrudeln (sich) abmühen. "Ihr ganzes Leben lang hat sie sich abg'strudelt, und was hat's davon g'habt?"

Abwasch Spüle

Affe, Aff' Rausch

Ågrasl 1. Stachelbeere 2. hässliches Mädchen

Alzerl kleinste Maßeinheit, ein bißchen

Amtskappl Dienstmütze; Zeichen beamteter Autorität

Ananas auch: große Garten- oder Feld-Erdbeere

anbauen (etwas) verlieren. " I hab mein Ausweis anbaut"

anfäuln (jemanden) lästig fallen, anwidern

anfliegen provozieren

anlassig zudringlich

Anrainer Anwohner

ansandeln (mit einer Krankheit) anstecken

anziehen beschleunigen, schneller machen, sich beeilen. "zah an" = "beeile dich, mach schneller"

Aranzini Orangeade

Armutschkerl armes, bedauernswertes, hilfloses Geschöpf

Aschanti, Aschantinüsse Erdnüsse

aufdrahn groß tun, den Freier spielen.

aufpudeln sich wichtig machen

Aug "des fade Aug haben" = "höchst gelangweilt sein"

ausgreifen betatschen, Petting

aussackeln ausnehmen, (jemanden) das Geld aus der Tasche ziehen

ausschnapsen etwas vereinbaren, absprechen (von "Schnapsen" = Kartenspiel, ähnlich "66")

äußerln gehen mit dem Hund Gassi gehen

ausfratscheln ausfragen

ausstallieren beanstanden, nörgeln, kritisieren

B
[Top]

Baba Abschiedsgruß, auf Wiedersehen. "baba und fall net" (W. Ambros) oder gebräuchlicher: "pfiat di und baba".

Bachener Homophiler; siehe auch G'söchter

Badewaschl Bademeister, Aufseher in einem Schwimmbad

baff sprachlos, erstaunt ("da bist aber baff")

Bahöö, Bahöl Lärm, Aufruhr, Streit, Durcheinander. Möglicherweise aus dem Tschechischen, bahol = Krawall

Ballawatsch Durcheinander, Chaos

Bank 1. "a Bankerl reißn" = sterben 2. "a Bank habn" Guthaben, Sicherheit haben, auf der sicheren Seite liegen 3. "eine Bank setzen" (im Toto): alle Tips auf ein Spiel gleichlautend, also ein sogenannter "sicherer" Tip. Aber solche Bänke können auch umfallen!

Bankert ungezogenes Kind; ursprünglich: uneheliches Kind, Bastard (auf der Bank - nicht im Ehebett - gezeugtes Kind)

Bartwisch Handbesen, Handfeger

Bassena Wasserbecken am Flur in Gebäuden ohne Fließwasser in den Wohnungen. Haute kaum mehr anzutreffen.

Bau Gefängnis ("in den Bau gehen" = Strafe antreten)

Bauxerl, Bauxi Kleines hilfloses Kind, Baby. Von lateinisch pauxilius = klein, winzig.

Bazi Kerl, Bursch. Von Lumpazivagabundus (Posse von Nestroy)

Beamtenforelle Knackwurst

bedient betrogen, müde

Beinfleisch Querrippe

Beisl kleines Wirtshaus

Beistrich Komma

benzn in lästiger Art um etwas bitten, betteln. Von ahd. "bensjan (= "flehen")

Beserlpark kleine Parkanlage, maximal einen Häuserblock groß, mit einigen wenigen Bäumen, Büschen und Bänken

Beuschel, Beuschl Lunge, klassische Wiener Speise

Beuschlreisser starke, filterlose Zigarette

Beutel, Beutl, Beidl Hodensack

beuteln schütteln

Beutelsteuer Alimente ("Beidlsteuer")

Bim Straßenbahn, lautmalerisch

Binkl 1. Bündel ("a jeder hat sei Binkl zu tragn") 2. Schimpfwort ("a feiner Binkl is des")

Bischof auch: Pürzel

Bißgurn zänkische Frau

Biskotten Löffelbiskuit

blad dick ("a blader Bua")

Blasius stärkerer Wind

Blauer 1000-Schilling-Schein. "Kannst ma an Blauen leichn?" = "Kannst Du mir 1000 Schilling borgen?"

Blaukraut Rotkohl

bloßhappat barfuß, bloßfüßig

Blitzgneißer jemand, der etwas besonders schnell begreift. Ist meist ironisch gemeint: "Du bis a Blitzgneißer" = "jetzt endlich hast Du es auch begriffen"

Blunze, Blunzn 1. Blutwurst 2. verächtlich für Frau: "a so a Blunzn"

blunzn egal. des is ma blunzn = das ist mir egal

blunznfett sehr stark betrunken (s. fett)

Blutzer Kopf

Bock Schuhe. "die Bock aufstellen" = "sterben"

böckeln arg stinken, in Anlehnung zu Schweiß-/Fußgeruch

Bramburi Erdäpfel, Kartoffel. Aus dem Böhmischen; wurde im 18. Jh. mit den damals beliebten "böhmischen Köchinnen" ins Wienerische eingebracht. Heute vor allem noch in ländlichen Gebieten rund um Wien gebräuchlich.

Brand Kater nach einem Rausch (den Brand muß man natürlich mit Alkohol löschen)

Bratl Schweinsbraten

Brauner Kaffee mit Milch (kleiner Brauner, großer Brauner)

brausen weggehen, verschwinden. "geh Di brausn" = "verschwinde"

Breiter Weg langer Weg

brennen zahlen (Rainhard Fendrich: "Der Alte brennt eh wie ein Luster" = "Der Vater zahlt alles und nicht wenig")

Brimsen Schafkäse

Brioche feines Hefegebäck

brodeln 1. trödeln, langsam sein 2. heftig wallen, sieden

Brodler jemand, der seine Zeit vertrödelt

Brösel 1. Semmelbrösel, Paniermehl 2. Ärger. "gleich gibt's bresln" = "gleich gibt es Ärger".

brunzen urinieren (lautmalend, männlich besetzt)

Bub Junge, Knabe

Buchtel, Buchtl Mehlspeise, Germknödel, Dampfnudel

Buckl 1. krummer Rücken 2. Brotende, Scherzl 3. Leibwächter (einer, der seinen Buckel für den Beschützten hinhält)  4. Grundwehrdiener, Soldat mit dem Einstiegsrang "Rekrut"

Buddel Flasche

Budel Verkaufstheke, Verkaufstisch. Hinter der Budel steht der Verkäufer, davor der Kunde.

Buggl Brotanschnitt, Scherzl

Bummerlsalat Eisbergsalat

Bumsen 1. Geschlechtsverkehr ausüben 2. schlechtes, mieses Lokal

Burenhäutel, Burenhäudl Burenwurst. Wurstspezialität, die nirgendwo besser schmeckt als an Wiener Würstelständen

büseln schlafen, leicht schnarchen

Buserer, Busera Zusammenstoß von Autos mit Blechschaden bzw. von einer Billardkugel mit der Bande

buserieren 1. drängen, stoßen 2. Geschlechtsverkehr ausüben

Busserl, Bussi 1. Küsschen 2. Plätzchen ("Kokosbusserl")

Butzerl, Butzi kleines Kind, Baby

C
[Top]

Cappy Orangensaft (eigentlich eine Firmenmarke)

Chuzpe Frechheit (von hebräisch "chuzpah")

D
[Top]

damisch 1. betäubt, benommen 2. dumm

deixeln, deixln zustandebringen

Deka, Dekagramm 10 Gramm. Von griechisch Deka = 10

deppert dumm

derisch schwerhörig

desperat verzweifelt

Dippel Beule, Schwellung

Dirn Bauernmagd

Doppler 2 Liter Wein ("Doppelliter")

Dorotheum Berühmtes Auktionshaus in der Dorotheagasse, "Tante Dorothee"

Dotter Eigelb

Drahrer Nachtschwärmer

drüberfahren zurechtweisen

dumper dämmrig

E
[Top]

eh ohnehin

Eidotter Eigelb

Eierschwammerl Pfifferling

Eierspeise Rührei

Eierlaberl unrunder (Fuß)Ball

Eiklar Eiweiß

Einbrenn Mehlschwitze. In heißem Öl gebräuntes Mehl, zum Binden von Saucen

einidrahn, einedrahn 1. (ein)schmeicheln, sich Liebkind machen, arschkriechen 2. aufschneiden, angeben 3. betrügen, hereinlegen, übervorteilen, in etwas hineinziehen

eingpritzt betrunken

einihaun 1. viel essen 2. schmeicheln, sich Liebkind machen, arschkriechen

einiteufeln (sich) hineinsteigern

einitheatern 1. (sich) hineinsteigern 2. hereinlegen, hineinziehen: "den hamma einitheatert" = "den haben wir hereingelegt", "den haben wir in eine unangenehme Situation gebracht und im Stich gelassen"

Einserschmäh besonders gefinkelter Trick

Einspänner 1. Kaffe im Glas mit Schlagobershaube 2. ein einzelnes Frankfurter Würstel (= Wienerwürstel) vorzüglich in Gulaschsaft mit einer Semmel (= Brötchen) zur Jause (= Vesper) verzehrt.

Eitrige Käsekrainer, eine Wiener Wurstspezialität, die eher grobe Wurstmasse ist mit Käse vermischt

Erdapfel, Erdäpfel Kartoffel(n)

Essigwurst saure Wurst, meist Extrawurst in Essig und Öl angerichtet

Expedit Versand

Extrawurst Fleischwurst

Ezzes Tips, Ratschläge (speziell beim Kartenspiel)

F
[Top]

faschieren durch den Fleischwolf drehen

faschierte Laberln Frikadellen

Faschiertes Hackfleisch

Fasching Karneval

Fatsche elastischer Verband

Federn Angst ("Hast Federn vor dem?")

Feitl Taschenmesser

fett auch: betrunken

Fettn Effet, Drall

Fetzn 1. Scheuertuch, Lappen 2. Rausch 3. häßliches Kleid (möglicherweise von althochdeutsch vetze = Alltagskleid) 4. schlechteste Schulnote in Österreich, "Nicht genügend"

Fetznlaberl aus Lumpen zusammengebundener Fußball, vor allem in der Nachkriegszeit

Fetzntandler Altwarenhändler

Fiaker Pferdekutsche, meist ein Zweispänner

Fisolen Stangenbohnen, grüne Bohnen

fladern stehlen, berauben (möglicherweise von Rotwelsch "fladdern" = "Waschen" oder Mittelhochdeutsch "vladeren" = "flattern, sich hin und her bewegen")

Flankerl Flocke

Fleck 1. Fünfer (schlechteste Schulnote in Österreich) 2. "kontra" im Kartenspiel

Fleckerln Teigware, Nudelart

fleddern Stehlen, berauben. Siehe "fladern" und "Leichenfledderer".

Flederwisch 1. Staubwedel 2. Ursprünglich ein aus Federn gemachter, zur Anfachung des Feuers bestimmter Fächer 3. schlecht verfaßte Schrift wird (s. "Wisch")

Fleischer Fleischhauer, Metzger

Fleischlaberl Frikadelle, Bulette

Flieder Geld ("reib' den Flieder ume" = gib' das Geld her)

Fogosch Zander (aus dem Ungarischen)

Fotz Mund (derb). "einen Fotz ziehen" = "eine Grimasse schneiden"

Fotze Ohrfeige

Frankfurter Wiener Würstchen

Fratz ungezogenes Kind

Fritatten eine Suppeneinlage, in schmale Streifen geschnittene Pfannkuchen

Frnak große, unförmige Nase

Funsn, Funzn 1. schwaches Licht 2. häßliche alte Frau

Fuß -- auch: Bein. Wenn jemanden die Füße weh tun, kann der Schmerz durchaus auch im Oberschenkel sitzen.

Fuzerln kleine Gegenstände, Stoffreste

G
[Top]

Gabelfrühstück Vormittagsjause, Brotzeit

gach schnell. Von mittelhochdeutsch gach = schnell

Galoschen Überschuhe aus Gummi

Gatsch feuchter Schmutz, Schlamm, Brei, weiche Masse

Gebrechen Schaden

geeicht trinkfest

Gelse Stechmücke

Gendarm (Land-)Polizist

Genierer Anstand. "keinen Genierer haben" = sich nicht darum kümmern, was die anderen denken

Germ Hefe. Möglicherweise von althochdeutsch garawen = breitmachen.

geschert, g'schert (verächtlich) bäuerisch, tölpelhaft, naiv. Von "geschoren"

geschmalzen unangenehm hoch (Preis, Strafe)

Geschnetzeltes Ragout

Geselchtes Geräuchertes, Rauchfleisch

gespritzt 1. siehe Gespritzter 2. günstig erledigt. "Die Sache ist gspritzt" 3. schlecht aussehend

Gespritzter, G'spritzter Schorle. Ohne Zusatz: Weißweinschorle. "a Obi gspritzt" = "eine Apfelsaftschorle" [Willibald Delpos merkt an: Ein G'spritzter besteht eigentlich aus Wein und Sodawasser; wird Mineralwasser verwendet, spricht man von einer "Mischung".]

gesund verstärkend, die Richtigkeit betonend (zB. des is åba g'sund teia = das ist aber ordentlich teuer, der is g'sund bled = der ist sehr blöde)

Gfrast Schimpfwort

Gfrett Ärger, Mühe, Schwierigkeiten, Komplikationen

Gfries Gesicht (abwertend), Visage

g'hupft wie g'hatscht einerlei, egal

Gigerer Pferdefleischhauer

Golatsche Eine viereckige Mehlspeise aus Plunderteig, gefüllt mit Topfen (Quark),  Powidl (Pflaumenmus) oder Früchten

Goschen, Goschn Mund (derb). "halt die Goschn" = "sei still"

goschert frech, vorlaut

Grammeln Grieben

Grant Zorn, Mißmut

grantig verärgert, mißmutig

Grantscherben jemand, der ständig grantig, also mißmutig, ist

Grapefruit Pampelmuse

Graues Haus Polizeigefängnis des Wiener Landesgerichts

graupert häßlich, ungepflegt

Grätzel kleiner Stadtteil, Teil eines Wohngebiets

Greißler Lebensmittelkleinhändler, "Tante Emma Laden", das kleine Geschäft um's Eck, im dem man (fast) alles bekommt

Grenadiermarsch Gemenge aus gerösteten Erdäpfeln, Fleisch und Teigwaren

Grieskoch Griesbrei

Grind Ausschlag, Schorf

grindig einen Ausschlag haben

Grüß Gott Guten Tag

gschaftig sehr beschäftigt, umtriebig

Gschaftlhuber Wichtigtuer. Jemand der sich geschäftig um alles kümmert (und dabei meistens übertreibt). Hans Dampf in allen Gassen.

Gschlader, Gschloder schlecht schmeckende Flüssigkeit. "De Bouillabaisse? A stinkats Gschlader" = "Die Bouillabaisse? Eine schlecht schmeckende Suppe" (Helmut Qualtinger)

gschamig schüchtern, verlegen, schamhaft, verschämt

gschamster Diener gehorsamster Diener, veraltete Grußformel, wird heute noch von den Fiakerfahrern verwendet. (s. Servus)

gschmackig schmackhaft, pikant, wohlschmeckend

Gschnas Kostümfest im Fasching (Karneval)

Gsöchter, Geselchter Homophiler; siehe auch Bachener

Gschroppen kleine Kinder, Zwerge

Gspaßlaberln Brüste (s. Laberln, Fleischlaberln)

Gspusi Liebelei, Verhältnis

Gstanzl lustiger Reim, Strophe

Gstätten verwilderter Platz, meist auch Müllablagerungsstätte

guat, Guata gut, Guter. "Des is ka Guata net" = "das ist ein unliebsamer Mitmensch"

Gucker 1. Augen 2. Fernglas ("Opergucker")

Gugelhupf, Guglhupf 1. Napfkuchen 2. Irrenhaus

Guggerschecken, Gugascheckn Sommersprossen

Gupf 1. Erhebung 2. kleiner Haufen 3. etwas, was über den Rand hinausschaut

Gurkerl wenn der Fußball zwischen den Beinen eines Spielers durchgeht

Gusch befehlsartiger Zuruf zu schweigen; "sei gusch" = halt' den Mund, sei still

Gwirkst Durcheinander, Unannehmlichkeiten, Durcheinander

H
[Top]

Haaße Burenwurst. Von "heiße Wurst"

Haberer Freund, Genosse. "Der Jesus und seine Haberer". Aus dem Hebräischen "Havarim" (= Freund)

habern essen

Hachel, Hachl Reibe

Hacken, Hackn 1. Arbeit 2. Hacke, Axt

hackeln, hackln arbeiten

hacknstad, hacknskat arbeitslos

Hadern Fetzen, Putztuch

Häfen, Häfn 1. Topf 2. Gefängnis

Häferl 1. mittelgroße Tasse, meist 1/4 Liter 2. jähzorniger, aufbrausender Mensch (bildlich von überkochender Milch)

Haftel Drahtspange. Korsetts und Mieder werden mit Hafteln geschlossen.

Haftelmacher früher Erzeuger von Hafteln. "Aufpassen wie ein Haftelmacher" (= besonders aufpassen)

haglich heikel, empfindlich, eigen. "Du Monika, des Fleisch is anbrennt!" - "Sei net so haglich, is eh nur a bisserl, und gessen wird, was am Tisch kommt!"

Halawachl leichtsinniger, unzuverlässiger Mensch. Von tschechisch "halama" (= Schlingel) oder "Holomek" (= Bengel)

Halbseidener Mensch mit zweifelhaften Ruf, aus dem Milieu

hamdrahn töten, ermorden. "Heite drah i mi ham" = "heute bringe ich mich um", "heute begehe ich Selbstmord" (Wolfgang Ambros)

Hangerl Tuch oder Serviette, vom Kellner über dem Unterarm getragen, daher (früher) auch synonym für männliches Bedienungspersonal

Hansl "warmer Hansl" = warm und schal gewordener Rest im (Bier-)Glas

Happel Kopf

Hascherl unbedarfter Mensch, auch bedauernd für noch kleines Kind

hatschen 1. hinken, schwerfällig gehen 2. (allgemein) gehen. Entweder von Mittelhochdeutsch "hakezen" (= Haxen) oder Mittelhochdeutsch "Hatsche" (= Ente) oder aus dem Arabischen "Hadsch" (= Gang nach Mekka)

Hatscher längerer Fußmarsch (s. "hatschen")

Hauer Weinbauer, Winzer

Hausbesorger Hausmeister

Hauswart Hausmeister

Häusl, Heisl WC

Häuptelsalat, Häuptlsalat  grüner Salat, Blattsalat

Hausbeschau Verzollung an der Lieferadresse

HaWei Hadersdorf-Weidlingau, Teil von Penzing (14. Wiener Gemeindebezirk)

Haxen, Haxn Beine

heckerln jemanden auf den Arm nehmen

Heidelbeeren Blaubeeren

Hendl Hähnchen

Herrenpilz Steinpilz

hetscherln, verhetscherln verwöhnen

Hetz Spaß. "A Hetz hamma g'habt". Kommt von der Tierhetze, die bis in die späte Barockzeit eine beliebte Unterhaltung - nicht nur für das einfache Volk - war. Veranstaltet wurden die Tierkämpfe in sogenannten Hetztheatern in Arenaform; eines dieser stand in der Gegend des heutigen 3. Wiener Gemeindebezirkes, dort wo heute die Hetzgasse zu finden ist.

heuer dieses Jahr

Heurige Erdäpfel (Kartoffeln) aus der diesjährigen Ernte

Heuriger 1. Weinlokal 2. Wein aus der letzten (die meiste Zeit eigentlich vorjährigen) Traubenernte

Hieb Gemeindebezirk

Hiebler, Hierfler, Hiafla Mensch mit einem Dachschaden, also einer, der einen Hieb angekriegt hat

Hirnederl nicht ganz gescheiter Mensch

Holler 1. Hollunder 2. Mist, Unsinn

hoppadaschert ungeschickt (sein)

Hoppala 1. Mißgeschick 2. Fahrbahnaufdoppelungen zur Einbremsung der Schnellfahrer

höscherln sich über jemanden lustig machen, jemanden auf den Arm nehmen [Ostbahn-Kurti: Wannst heit a Nocht lang durchmochst, bist drauf a Wochn lang marod. Und wann de die Jüngern damit höscherln, dasaufst dein Blues in Cola rot = Wenn Du heute eine Nacht durchmachst, bist Du darauf eine Woche lang kränklich. Und wenn Dich die Jüngeren damit aufziehen, ersäufst Du Deinen Frust mit Cola-Rotwein.]

hudeln übereilt handeln, schlampig arbeiten

Hudlerei Übereilung, schlechte Arbeit

Hugo "für'n Hugo sein"= "vergeblich sein", "für die Katz' sein"

Hülse eine Flasche oder Dose Bier ("reib umma a Hülsn")

hussen aufhetzen

Hutsche Schaukel

hutschen schaukeln

I
[Top]

Indian Truthahn

Indianerkrapfen Mohrenköpfe

I-Tüpfel-Reiter pedantischer Mensch

J
[Top]

Jaukerl Injektion, Spritze

Jausengegner leichter Gegner, den man gleichsam "zur Jause verspeist"

Juchee oberste Galerie eines Theaters; billige Plätze

 

K
[Top]

Kampl Kamm

Kapazunder Kapazität ("des is a richtiger Kapazunder, der waaß des sicher")

Karfiol Blumenkohl

Karl den Karl machen, jemanden zum Karl machen = (sich oder jemanden) lächerlich machen, den Clown spielen. Kommt vom ehemaligen Carltheater, in dem vorwiegend heitere Stücke gespielt wurden.

Karotte Möhre

Karree Kassler

Kartoffelpuffer Reibekuchen

Kasten Schrank

Katzlmacher verächtlich für Italiener, kommt von den italienischen Kesselflickern, die früher durch die Lande zogen

Kawall Spielkarte im Tarock, Reiter

Keks Rangabzeichen von Uniformierten

Kelch (Kölch, Kööch) Streit, Auseinandersetzung (von Mittelhochdeutsch "koel" = "Kohl")

keppeln schimpfen, lamentieren. In manchen Gegenden auch plaudern, tratschen.

Kieberer Polizist, Kriminalbeamter

kiefeln nagen, abnagen

Kipferl Hörnchen

Kipfler Salatkartoffel

Kinettn lange, schmale Baugrube, wenn Rohre verlegt werden. Dient manchmal als Unterkunft für Obdachlose. "In der Kinettn wo i schlaf" (Wolfgang Ambros)

Kiste (Bier) Kasten (Bier)

Klampfe Gitarre

Klappe Nebenstelle

kletzeln mit den Fingernägeln etwas herunterkratzen oder -schaben. Von ahd. "glat" = "glätten"

Kletzen getrocknete Birnen, von mhd. "Klotzbirne" = "gedörrte Birne"

Kletzenbrot Kletzen und andere getrocknete Früchte (Nüsse, Feigen, Rosinen, etc.) in Brotteig geschlagen und gebacken. Vor allem in der Vorweihnachtszeit sehr beliebt.

Kluppe Wäscheklammer

Knacker, Knackwurst abgepaßte Fleischwurst

Knödel Kloß

Knofel Knoblauch

Knopf auch: Knoten

Kohl Wirsing

Kohlsprossen Rosenkohl

Koloniakübel Mülleimer (einer, der auf der Straße steht, früher aus Metall, heute aus Kunststoff)

kommod bequem

knozen ausruhen, lümmeln

Kracherl Limonade

Krampen 1. Spitzhacke  2. unattraktive Frau 3. altes Pferd. Von "krumm", mhd. "krump"

Kramuri Kram, Tand, wertloses Zeug, Allerlei

Krapfen Berliner

Krätzn 1. Hautkrankheit 2. unangenehmer Mensch (von "kratzen")

Kraut Weußkohl

Krauterer träger Mensch, Kleinigkeitskrämer

Krauthappel Kohlkopf

Kraxe, Kraxn altersschwaches Auto, Schrotthaufen auf Rädern, wird verächtlich auch allgemein auf Autos angewandt. "Mit dera Kraxn kummst nie nach Linz"

kraxeln klettern

Kren Meerrettich

Krevegerl schwächlicher Mensch

Krügel, Krügerl 1/2 Liter. "Ein Krügerl" (ohne Zusatz) = "ein halber Liter Bier"

Kruzitürken Fluch. Warnruf in den Türkenkriegen: "Kuruzzen und Türken kommen", wurde zu einem Wort verschliffen.

Kübel Eimer

kudern lachen

Kukuruz Mais

L
[Top]

Laberl 1. kleiner Laib 2. (Fuß)Ball

Lamourhatscher romantisch langsames Musikstück, zu dem man eng umschlungen tanzt

Landl Wiener Landesgericht

Larifari 1. Unsinn, Blödsinn 2. ehemals Name des Wiener Kasperls 3. sinnloses Geschwätz, Nichtigkeit. Vermutlich von der italienischen Tonleiter "do-re-mi-fa-so-la-si-do"; eine Messe im 15. Jh. Begann mit ""la-re-fa-re".

Latschen 1. Bergkiefern 2. abgetretene Schuhe

latschen gehen, ohne die Füße zu heben

Lauser Lausbub

Lavoir, Lawur Waschschüssel

lax lässig, schlaff

Leberkäse Fleischkäse

Leibchen, Leiberl 1. T-Shirt, Unterhemd 2. Erfolg haben. "Du wirst kein Leiberl reißen" = "Du wirst keinen Erfolg haben.

Leichenfledderer Dieb, der einen herumliegenden Toten bestiehlt

Leintuch Bettlaken

leiwand gut, ersklassig, Ausruf der Zustimmung

lepschi "auf lepschi gehen" = ausgehen, sich ein Vergnügen gönnen

Lercherlschaas Kleinigkeit. "Des is ka Lercherlschaas" = "Das ist keine Kleinigkeit"

Leschak -- Bengel

Liptauer Brotaufstrich aus Topfen und Gewürzen

Löffel "den Löffel abgeben" = "sterben"

Lungenbraten Filet

Lurch zusammengeballter, mit Fasern durchsetzter Staub, sammelt sich mit Vorliebe unter dem Bett an

Luster Kronleuchter

 

M
[Top]

Maggi Suppenwürze. Nach dem lange Zeit einzigen Hersteller in Ö, ist zum Gattungsbegriff geworden.

Marie Geld

Marille 1. Aprikose 2. Kopf, Hirn. "Bist g'fäut in der Marüün?" ("Spinnst Du?")

Marmelade Konfitüre

marod kränklich, krank. Von lat. "mala hora" = schlechte (Unglück bringende) Stunde

Maroni Edelkastanien

Masche, Maschn 1. Schleife 2. Eigenart, besonderer Trick, um etwas zu erreichen

Mascherl Fliege, Schleife

Maschine auch: Motorrad. "Da Wüde mit seine maschin" = "Der Wilde mit seinem Motorrad" (Gerhard Bronner)

Masl, Masn, Meisn 1. Glück (von Hebräisch "masol" = "Glücksstern") 2. Meise (Vogelart)

måtschgern (sich) beklagen, leise vor sich hin schimpfen

Matura Abitur

Meisn siehe Masl

Melange Kaffee mit aufgeschäumter Milch

Melanzani Aubergine

Mensch, Mentsch (f.) Mädchen, Hausmädchen

Mezzanin Zwischengeschoß zwischen Erdgeschoß und erstem Stock

Mistelbacher verächtlich für Polizist. Angeblich gab es mal eine Zeit, in der besonders viele Polizeirekruten aus Mistelbach (einem Ort nördlich von Wien) stammten.

Mistkübel Abfalleimer

moscherln 1. "Wüst mi moscherln?" - Willst Du mich ärgern? 2. "Du kannst mi moscherln" - Du kannst mich gerne haben; Du kannst mir den Buckel runterrutschen.

Most 1. unvergorener Traubensaft (Traubenmost) 2. vergorener Saft aus Äpfeln und Birnen (Obstmost)

Mostschädl Spitzname für Oberösterreicher

Mugel kleiner Hügel

N
[Top]

nachtarockieren nachverhandeln, am Ball bleiben. Im Tarock (Kartenspiel) ist es ungeschriebenes Gesetz: Wenn der Partner Tarock ausspielt, ist mit der höchsten Tarock zu stechen und (wenn man den Stich macht) die höchste Tarock nachzuspielen -- "nachtarockieren")

Nackapatzl nacktes Kleinkind

nackert nackt

nageln Geschlechtsverkehr ausüben (aber wie "schustern" Handwerker-Sprache, daher überregional)

Nasenrammel Popel

nedlich heikel

neger pleite

Negerant 1. Pleitier 2. jemand, der ständig pleite ist

Neugewürz Piment

Nockerln Spätzle. Nockerln werden aus dem gleichen Teig wie Spätzle gemacht, sind aber größer. Im Gegensatz zu Spätzle wird der Teig nicht durch ein Lochsieb gerieben, sondern vom Brett ins kochende Wasser geschabt ("geschnitten").

Nudelwalker Nudelholz

Nudl Penis

Nudlaug jemand mit (dicker) Brille

Nudldrucker kleinlicher Mensch, Pedant, Knauser

O
[Top]

Ober Kellner (ursprünglich der Chef der Kellnercrew)

Obers Rahm, Sahne

Obi Apfelsaft. Nach dem lange Zeit einzigen Hersteller in Ö, ist zum Gattungsbegriff geworden. "A Viertl Obi gspritzt auf an Halbn" oder "A großes Obi gspritzt" = "Eine große Apfelsaftschorle"

Ochsenschlepp Ochsenschwanz. Eine Ochsenschleppsuppe ist eine Wiener Spezialität.

Ohrwaschln 1. Ohrläppchen 2. Gehsteigvorziehungen an Kreuzungen (möglicherweise auch mit Pollern)

Omeletten Pfannkuchen

Orangen Apfelsinen

P
[Top]

packeln paktieren, geheime Geschäfte machen, absprechen

Packerl "Hau ma uns auf a Packerl" = "tun wir uns zusammen"

Palatschinke Pfannkuchen. Ungarisch "palacsintha"

Pallawatsch Durcheinander

Palmkatzerl, Palmkätzchen Weidenkätzchen

Pantscherl Verhältnis, Liebschaft

Papp Brei, schlechtes Essen

Papperl Essen

Pappn Mund

Paradeiser Tomate. Von Paradiesapfel.

Pariser 1. besonders feine Fleischwurst 2. Kondom

Partie 1. Heirat 2. Ausflug 3. Warenmenge 4. Arbeitsgruppe

Patschen 1. Hausschuh  2. Plattfuß beim Auto

Patschenkino Fernsehapparat

patschert tollpatschig, ungeschickt. Von ungarisch "bocs" = Bärenjunges

Patzer Fehler bzw. derjenige, der einen Fehler begeht

patzen klecksen

Patzn 1. Klumpen 2. Fleck 3. "sehr" (wie in: a Patzn Hackn = eine großartige Arbeit)

päule weg, davon. "päule gehen" fliehen. "päule machen" die Zeche prellen. "päule hauen" hinauswerfen.

Pawlatschen 1. Bühne im Freien 2. Baracke 3. Balkon. Vom tschechisch "pavlac" = Balkon.

pecken 1. hacken (Ostereier pecken) 2. zahlen

petschieren versiegeln (mit Petschaft versehen). Von tschechisch "pecet" (= Siegel.)

petschiert blamiert, ruiniert. Von italienisch "pece" = "Pech".

Pfandl Pfandleihanstalt, im speziellen das Dorotheum in Wien

pfiat di, pfüat di Abschiedsgruß, "Gott behüte Dich". Gebräuchlich ist auch "pfiat di und baba".

pflanzen zum Narren halten, foppen, necken, täuschen

Pfitschigogerln ein Spiel, das mit Münzen auf einer Tischplatte gespielt wird.

Pfuscher Schwarzarbeiter

pfutsch sein verschwunden sein, "er ist pfutsch"

picken kleben. "jemanden eine picken" = "eine Ohrfeige verabreichen"

Pickerl Plakette, Klebeetikett

Piefke, Piefkineser (Nord-)Deutscher. Nach einem preußischen Militärkapellmeister, der sich bei der Schlacht von Königgretz hervorgetan hat.

piefchinesisch 1. Deutsch, wie es außerhalb Österreichs gesprochen wird 2. alles, was der Wiener nicht versteht

Pinsch Fünfer (schlechteste österreichische Schulnote)

Pitschn sehr große Tasse mit mehr als 1/4 Liter Inhalt

Plafond Zimmderdecke

plazen weinen

plauschen 1. plaudern 2. Unsinn erzählen ("plauchz net!"). Von mhd. "pludern" (= Plaudern)

pledern 1. sehr rasch fahren 2. stark regnen 3. flattern, schlagen. Von mhd "plederen" = sich schnell bewegen und/oder jiddisch "plejderen" = fliehen, sich davonmachen.

Pletsch'n 1. großes, weiches Blatt (z.B. Huflattich) 2. stürzen ("eine Pletsch'n reißen" für flach hinfallen) 3. Fieberblase

Plutzer 1. großes Gefäß 2. Kopf

Polster auch: Kopfkissen

Pompfineberer Leichenbestatter, Bestattungsunternehmer

Porree Lauch

Powidl Pflaumenmus, Pflaumenmarmelade

Powidltaschkerl Pflaumenpfannkuchen

Pracker Teppichklopfer

präpotent überheblich

Pratzn große Hand, Hände

pudern Geschlechtsverkehr ausüben

Pü(l)cher Grobian, Halbverbrecher, verdächtiges Subjekt, gerade noch kein kleiner Gauner, eher gewaltbereiter männlicher Jugendlicher

pumperlg'sund gesünder geht es nicht

Pupperl hübsches Mädchen, Puppe

Pupperlhutschen Hintersitz eines Mopeds, der Platz für das Pupperl

Q
[Top]

Quargel Sauermilchkäse, kleiner Harzer

Quargelsturz Käseglocke

Quetschn Ziehharmonika

R
[Top]

Radierer "fett wie ein Radierer" = stockbesoffen. [Georg Danzer: Heut' bin i wieder fett wie ein Radierer" = Heute bin ich wieder stockbesoffen]

Radler Bier/Limonaden-Mischung

Rahm Sahne

Randstein Bordstein

Rapunzel Feldsalat

ratschen schwätzen

Rauchfang Schornstein

Rauchfangkehrer Schornsteinfeger

raunzen jammern, nörgeln, klagen

reiben 1. "i reib da glei ane"= Ohrfeige androhen 2. "reib umma" = gib her

Reiberl Abreibung

Reindl Kasserolle

reißen "i reiß da glei ane" Ohrfeige androhen.

rekommandieren 1. empfehlen 2. eine  Brief einschrieben lassen

resch frisch, knackig, knusprig

Rettung auch: Krankenwagen

reversieren zurücksetzen

Ribisel Johannisbeere

Rindsuppe Fleischbrühe

Ringelspiel Karussell

Rock auch: Jackett, Sakko

Rote Rüben Rote Bete

Rotkraut Rotkohl

Russe auch: saurer Hering

S
[Top]

Sackerl Tüte

Saf Seife. 1. "auf'd Saf steigen" sich irren, ins Fettnäpfchen treten. 2. "auf der Saf stehen" auf der Seife stehen. Jemand steht auf der Seife, wenn er hereingelegt wird, ohne daß er es merkt. Typisches Beispiel sind die Leute, die mit versteckter Kamera gefilmt werden.

Safnsieda Seifensieder. Früher ein ehrbarer Handwerker; heute Schimpfwort für einen öligen Speichellecker.

Saft Soße

Sand "am Sand sein" = "in schlechter Verfassung sein"

Sandler Obdachloser, Clochard.

a) Sandler kommt von den Leuten, die früher an der Donau Schwemmsand gewonnen haben. Schwemmsand wurde beispielsweise als Schleifmittel benötigt.

b) Sandler waren jene Arbeiter in den Ziegelfabriken, die die Ziegelformen sandelten (innen mit Sand ausstreuten), damit sich der frisch hineingedrückte Lehm(ziegel) leichter aus der Form löst. In der sogen. Gründerzeit wurden für diese Tätigkeit hauptsächlich ungelernte (mährische, böhmische etc.) Zuwanderer eingesetzt, die sich oft noch nicht einmal verständigen konnten. Dementsprechend schlecht war die Entlohnung, sodass sich viele ein Dach über dem Kopf nicht leisten konnten.

c) von mhd "seinelen" = "langsam fließen" -> sandeln -> Sandler

d) von hebr. "zandik" = "Parasit", "Mitwisser"

Sau 1. Glück. 2. "eine Sau scheiben" = "Alle Neune beim Kegeln" 3. Bezeichnung für das As, der höchsten Spielkarte bei vielen Kartenspielen

Sauerrahm saure Sahne

Schaas Furz

schaasaugert "bist schaasaugert?" = "Bist Du blind? Siehst Du das nicht?"

Schafblattern Windpocken

Schakl zertreuter Diener, Lakai, minder angesehener Mann für Gelegenheitsarbeiten. Aus dem französchischen "Jacques" (Jakob), ehemals ein häufiger Name für herrschaftliche Diener.

Schanigarten Platz vor einem Wirts- bzw. Gasthaus, wo die Sitzplätze durch Efeuwände, in Blumenkästen gezogen, geschützt sind

Scheibtruhe Schubkarren

Scherbn 1. Porzellanscherbe 2. Nachttopf. "Jatzt hamma den Scherbn auf" = "Jetzt sitzen wir in der Patsche" (früher war es üblich, daß wohlsituierte Bürger nächtlichen Randalierern mit dem den Inhalt ihres Nachttopfes überschüttet haben).

scherngln schielen

Schernglprothese Brille

Scherzel, Scherzl 1. Anschnitt oder das letzte Stück eines Brotlaibes oder Brotweckens 2. bestimmtes Stück Rindfleisch

schiach häßlich

schiffen urinieren

Schinakl kleines Boot

Schlagobers Schlagsahne

Schlapfen Pantoffeln

schlatzen spucken

Schlawiner 1. windiger, unzuverläßlicher Typ, auch Gauner. 2. Verächtlich für "Wiener" (wohl wegen des zufälligen Gleichklangs). Von "Slowene".

schleichen "schleich Di" = "verschwinde"

Schlingel Lausbub

Schluckspecht Trinker

schludern 1. unordentlich arbeiten 2. trinken

Schlurf Halbstarker, modebetonter, arbeitsscheuer Typ. Sozial nicht ganz angepaßte, männliche Jugendliche.

"Dieser Ausdruck wurde nach meiner Erinnerung nur im 2. Weltkrieg und unmittelbar danach für Burschen gebraucht, die als besonderes Merkmal und Demonstration gegen die kurzen Haarschnitte der Hitlerjugend auch noch lange Haare trugen, möglichst mit Brillantine glänzend gemacht. Den Begriff 'Halbstarke' gab es damals noch nicht und auch nicht Marlon Brando." [Eduard Meissl]

Schmäh Witz, Gag, Pointe

Schmalz Gefängnisstrafe ("Schmalz ausfassen", "der hat sein Schmalt weg")

Schmattes Trinkgeld

Schmankerl Leckerbissen, Gustostück

Schmus unwahre Geschichte (erzähl' kan Schmus")

Schnackerl Schluckauf

schnackseln Geschlechtsverkehr ausüben

schnalzen 1. betrügen 2. verprügeln ("da hat er ihm eine gschnalzn")

Schnapsen Kartenspiel, "66"

Schnepfe junges Mädchen, Prostituierte

Schnepfenstrich Ausdruck aus der Jägersprache für die Gegend, wo die Schnepfen einfliegen; daher verkürzt "Strich" für die Gegend in der Prostituierte (Schnepfen) ihr Gewerbe betreiben (auf den Strich gehen). Vgl. Babystrich, Strichbuben etc.

Schnoferl beleidigter Gesichtsausdruck (von "schnaufen")

Schoafer scharfer Senf [Bestellung beim Würstelstand: "A Haße mit an Schoafn]

Schöberl gesalzenes Biskuit als Suppeneinlage

Schopfbraten Schweinenackenbraten

Schöpsernes Hammelfleisch

Schotter Kleingeld; viele kleine Münzen

Schrammeln Heurigennmusik. Klassische Besetzung: 2 Geigen, eine Gitarre, eine Klarinette. Benannt nach den Brüdern Schrammel, die in dieser Besetzung die Heurigenmusik Mitte des 19. Jahrhunderts salonfähig machten. Heute ist eher eine Ziehharmonika anzutreffen als eine Klarinette.

schream schief, schräg. Von mhd. "schreamen" = "sich biegen"

schreamsert unregelmäßig

Schreamsn Kurve. "Über die Schreamsn" = "ungefähr"

schurln nervös sein, hastig agieren. "tua net so herumschurln" = nimm Dir mehr Zeit

schustern Geschlechtsverkehr treiben

Schwammerl Pilz

Schwarzkappler Fahrscheinkontrollor in öffentlichen Verkehrsmitteln. Diese waren früher ungetarnt unterwegs und hatten schwarze Uniformkappen auf.

Schwedenbombe Mohrenkopf

Seicherl 1. kleines Sieb 2. wehleidiger Mensch, Duckmäuser

Seitel, Seiterl 1/3 Liter. "A Gulasch und a Seitl Bier, des is a Lebenselexier, bei mir" (Wolfgang Ambros)

sekkieren belästigen, ärgern

selchen räuchern

Selchkarree Kasseler

Semmel Brötchen

Semmelbrösel Paniermehl

Servus, Servas freundschaftlicher Willkommens- oder Abschiedsgruß (von lat. "Diener"). Anm: das ital. "Ciao" ist das im venezianischen Dialekt ausgesprochene "eschiavo" = "servus" = Diener; es wurde durch österreichische Soldaten z. Z. der Donaumonarchie zunächst nach Wien gebracht, von wo aus es sich im dt. Sprachraum verbreitete. (s. G'schamster Diener)

Sessel Stuhl

sinnieren nachdenklich sein

Soletti Salzstangerln. Nach dem lange Zeit einzigen Hersteller in Ö, ist zum Gattungsbegriff geworden.

Sommerg'spritzter G'spritzter mit mehr Sodawasserwasser als Wein (siehe auch "G'spritzter")

Soße Sauce, Tunke

Spagat auch: Bindfaden

Span 1. Splitter 2 Zigarette ("gib ma an Späu")

Spasseteln Dummheiten

spechteln sich als Voyeur betätigen

speckig festkochend (Kartoffeln)

speiben erbrechen, kotzen

Spezi 1. Kumpan  2. Cola-Limo-Getränk

Sprudler händisch mit Kurbel betriebenener Mixer (z.B. zum Schneeschlagen)

Spuckerl kleines Auto

Staberl 1. kleiner Stock, Stab 2. allegorische Wiener Figur, steht für Standhaftigkeit gegen die Obrigkeit und Zivilcourage. Nach einer gleichnamigen Figur aus "Die Bürger von Wien" von A. Bäuerle, 1813. 3. Bekannter Kolumnist der Kronenzeitung (Alfred Nimmerichter)

stad -los. "Hacknstad" = "arbeitslos". "sei stad" = "sei still".

Stadel Scheune, Schuppen

Stamperl Schnapsglas, 2 cl

Stanitzel Tüte in Form eines hohlen Kegels, meist aus Zeitungspapier (Bauernmarkt) oder Waffel (Eis)

Staubiger junger, noch nicht klarer Wein

Staubzucker Puderzucker

Stecken Stab, Stock

Stelze Schweinshaxe, Eisbein. Es gibt vordere und hintere Stelzen. Eine Stelze wird in Wien knusprig gebraten, nicht gekocht.

Stern reißen stürzen, hinfallen

stess'n 1. erinnern, mahnen 2. stehlen, entwenden. "Des hab i meiner Muata g'stessn".

stibitzen eine Kleinigkeit entwenden - beispielsweise, jemanden spaßeshalber den Kugelschreiber stibitzen, wenn der betreffende gerade wegschaut

Stiege Treppe

stierln herumstochern. "Im Mistkübel stierlt man nicht rum", sagte die Mutter erzieherisch zu ihrem Sohn.

Stockerl Hocker, Siegespodest, Trittschemel

Stoppel Flaschenkorken

Stoppelzieher Korkenzieher

Stoß verbotenes Karten(glück)spiel

strawanzen sich herumtreiben, vagabundieren

Striezel, Strietzl zu einem Zopf geflochtenes Weißgebäck, Milchbrot

Strizzi kleiner Gauner, Zuhälter

Sturm Stadium der Gärung von Traubensaft zum Wein, Federweißer

Stutzen Kniestrümpfe

Suderant Jemands, der ständig jammert

sudern jammern. "Suder mi ne a" = "Jammer  ich nicht an", "Beklage Dich nicht bei mir"

Surfleisch Pökelfleisch

Surm ländlicher Depp

T
[Top]

tachinieren 1. faulenzen, nichts tun 2. Krankheit vortäuschen

Tafelspitz gekochtes, mageres Rindfleisch, eine Wiener Spezialität, wird i.d.R. mit Apfelkren und Erdäpfelgröstl gegessen

Tandler Händler minderwertiger Waren, Trödler

Teschek einer, der immer ausgenützt wird Von ungarisch "tesek" = "bitte".

Tixo Klebeband. Nach dem lange Zeit einzigen Hersteller in Ö, ist zum Gattungsbegriff geworden.

Topfen 1. Quark 2. "so ein Topfen" = "so ein Unsinn", "so ein Käse" 3. "Topfenneger" = besonders blasser Mensch

Trafik Tabakwarengeschäft, führt i.d.R. auch Zeitungen, Zeitschriften, Briefmarken, amtliche Formulare und auch sonst alles mögliche

Tram, Tramway Straßenbahn

Tram Traum, träumen. "I man in dram" = "Ich glaube, ich träume" (Ausruf des Erstaunens)

tramhappert unkonzentriert (von "Tram" = "Traum")

Trampel ungeschicktes, dummes Mädchen

Transdanubien Wiener Gemeindegebiet links der Donau, also Floridsdorf (21. Bezirk) und Donaustadt (22. Bezirk) 

Trum großes, unhandliches Ding. Steigerung: Mordstrum

Trutschen einfältige Frau

Trutscherl einfältiges Mädchen

Tschako Uniformkappe, Kopfbedeckung, Hut

Tschäsn (abwertend für) Auto, Wagen

Tschapperl hilfloses Kind

Tschecherant Trinker, Säufer

tschechern (Alkohol) trinken, saufen

Tschick Zigarettenstummel, auch: Zigarette

Tschusch verächtlich für einen Südosteuropäer, speziell einen Balkanbewohner

Tuchent Federbett

tummeln (sich) beeilen

Tüpferl Tüpfelchen, Pünktchen, kleiner Punkt

Tuttl, Tuttln weibliche Brust, Brüste

Tutter unreifer Jüngling (noch nicht von der Mutterbrust entwöhnt)

U
[Top]

umziehen übersiedeln

Ungustl unappetitlicher, widerlicher Typ

Untergatte Gattehosen, Unterhose

ur- Steigerungssilbe (beispielsweise in "urleiwand" = "besonders toll")

urassen verschwenden. Von ahd. "urazi" = "zu viel zum Essen"

V
[Top]

verbandelt liiert

verfranzen (sich) verirren. In den frühen Kampfflugzeugen saßen zwei Personen: Hinten der Pilot, der "Hans", vorne der, der mit einer Landkarte für die Orientierung sorgen mußte, der "Franz". Und wenn sich der "Franz" nicht mehr auskannte, dann haben sich die beiden eben "verfranzt".

verkutzen verschlucken

vernadern denunziieren

verscheppern verkaufen

verschludern (etwas) verlegen/verlieren (s. auch schludern)

verwordaggelt kompliziert

Vogerlsalat Feldsalat

Vollkoffer Idiot

W
[Top]

Wachel Polizist (Kurzform von Wachebeamter)

Wachter Wächter; ein Spinatwachter ist ein Polizist (wg. der grünen Uniform)

Wampe großer Bauch

Wamperter dicker Mensch, Fettsack

Wappler Mitläufer, Schlappschwanz

Waschel, Waschl 1. Ohr 2. Bademeister 3. Reinigungslappen

wascheln stark regen

Watsche Ohrfeige

Weichseln Sauerkirschen

Weitling, Weidling große Rührschüssel

Weh der Ausgenutzte, das Opfer aller anderen. "Wannst a Weh brauchst, ruaf mi an"

wetzen Geschlechtsverkehr ausüben

Wickel Ärger, Streit. "Wüst an Wickl?" = "Suchst Du Streit?"

wickeln essen ("a Haße wickln" = eine heiße Wurst verzehren)

Wiglwogl Unentschlossenheit.

Wimmerl Pickel, Akne

Winterkirsche Klabusterbeere

wischerln urinieren

Wuchtl 1. Fußball 2. Buchtl (siehe dort) 3. unglaubwürdige Geschichte ("Druckst ma a Wuchtl eine?") 4. Scherz (eine Wuchtl nach der anderen schieben"

wursteln im alten Trott bleiben, ineffizient arbeiten, planlos arbeiten

Wurzelwerk Suppengemüse

wuzeln Tischfußball spielen

Wuzler Tischfußballspiel

Z
[Top]

zach zähe

Zeller Sellerie

zerfransen sich aufreiben, viele Dinge gleichzeitig tun

zersprageln sich aufreiben, viele Dinge gleichzeitig tun, sich aufopfernd einsetzen

Zezn schwächliche, wehleidige, kränkliche, empfindliche (weibliche) Person

Zibeben Rosinen. Arabisch "zibiba", Sizilianisch "zibibba".

Ziberln 1. Rosinen, s. Zibeben 2. Primitivpflaumen, Zwergringlotten. Die Meinungen gehen auseinander, welche der beiden Bedeutungen nun richtig ist; offenbar sind beide geläufig.

Zinken große Nase

Zniachtl magerer, zarter, kleiner, nicht sehr muskulöser Mann, blasser Untermensch

Zores Ärger

Zuckergoscherl 1. jemand, der Süßigkeiten mag; Nachkatze 2. liebes Kind

Zuckerl Bonbon

Zünder Streichhölzer

zuwe her (kumm zuwe = komm her), auch in Wortzusammensetzungen wie zuwezahn (herhohlen)

zuzeln saugen

Zwetschge, Zwetschke Pflaume

Zwetschgenröster Pflaumenkompott

Zwiderwurzn mürrischer, unfreundlicher Mensch

Zwutschkerl kleines, bemitleidenswertes Wesen

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Top | Letzte Änderung: 28.04.2004 ( webmaster )