Arbeitsgemeinschaft der Hochschulpressestellen in Deutschland
Jahrestagung 2004 an der TU Wien
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G. Bacher
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| | Mag. Stefan Bacher |
geb. 1955, ist Leiter des Referats „Bologna-Prozess“ im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (bm:bwk).
Ausbildung: Übersetzerstudium an der Universität Wien (Englisch/Spanisch 1976 – 1983), Fulbright-Studium „American Studies“ an der University of Kansas (1979), Exportlehrgang an der Wirtschaftsuniversität Wien (1985/86), drei „summer terms“ in den USA (1989 – 1991), Europaakademie der Verwaltungsakademie des Bundes (1992).
Beruf: 1985 – 1987 Exportsachbearbeiter Firma „Innotec“, 1987 – 1992 Universitätsassistent am Institut für englische Sprache, WU Wien, ab 1992 Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Abteilung für internationale Beziehungen im Hochschulbereich (Referent für Mittel- und Osteuropa, österreichischer Delegierter im Sokrates- und im TEMPUS-Ausschuss sowie in der Ratsarbeitsgruppe „Bildung“), ab 1998 Leiter des Referats „Bologna-Prozess“ und stellvertretender Leiter der Abteilung „Europäischer Hochschulraum und EU-Bildungsprogramme im Hochschulbereich“, 1987 – 2000 Lektor für Wirtschaftsenglisch an der WU Wien, ab 2001 Lektor für Wirtschaftsenglisch an der FH Technikum Wien.
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Der Bologna-Prozess aus Sicht der Politik
- Der Bologna Prozess entspringt einer natürlichen Entwicklung, ist kein künstlich aufgepfropftes System. Die Trends in der nationalen und europäischen Hochschulpolitik und -entwicklung haben den Boden bereitet für den Entschluss der BildungsministerInnen, die nationalen Systeme so vergleichbar, transparent - und damit so konvergent - wie möglich zu machen. Dieser Entschluss mündete in der Formulierung der zuerst 6 und nunmehr schon 10 Bologna-Zielen.
- Bologna führt zu Reformen, die sich nicht nur in der Internationalisierung der Hochschulen sondern auch in der nationalen Bildungspolitik positiv auswirken (ECTS, Vergleichbarkeit, Qualitätssicherung, Anrechnung, Beschreibung der Studienprogramme….)
- Bologna bietet ein brauchbares Instrumentarium für Bildungsstrategien und Positionierungsmöglichkeiten der Hochschulen. Es werden Rahmenbedingungen geschaffen, die einen Erfolg im unausbleiblichen Wettbewerb um Studierende, Lehrende und Ressourcen erst möglich machen.
Anders ausgedrückt, in Zukunft wird nur die Universität bestehen können, die sich mithilfe der Bologna-Ziele ein spezifisches Profil schafft, dass genügend Studierende anlockt (demographische Entwicklung: Einbruch der Schülerzahlen ab 2006, entsprechender Effekt mit Verzögerung an den Hochschulen!)
- Diese Standortbestimmung im nationalen Kontext ist im Hinblick auf die internationale Positionierung auch auf dieser Ebene notwendig. Sie dient nicht nur dem Wissenstransfer durch die Mobilität von Studierenden, HochschullehrerInnen und –verwaltungspersonal sondern mildert die negativen Auswirkungen des zu erwartenden Rückgangs der Studierendenzahlen aus den oben erwähnten demographischen Entwicklungen und auf Grund der Abwanderung der eigenen Studierenden an andere nationale und transnationale Einrichtungen (die Konkurrenz schläft ja bekanntlich nicht).
- Im Grunde geht es um die Schaffung eines Europäischen Hochschulraumes, in dem sämtliche Mobilitätshindernisse – durch die Umsetzung der Bologna-Ziele – abgebaut werden. In weiterer Folge bzw. eigentlich gleichzeitig muss auch die Zusammenarbeit mit den Hochschulen außerhalb Europas, die derzeit nur bilateral und unsystematisch abläuft, verbessert werden.
Fazit:: Bologna ist „beyond the point of no return“; Es gibt – Gott sei Dank – kein Zurück mehr! Aber wir laufen Gefahr, der Annahme anheim zu fallen, dass Mobilitätszahlen alleine ein genügender Indikator für eine erfolgreiche „Bolognapolitik“ sind. In Österreich haben wir einen Gaststudierendenanteil von 17,9% an den Universitäten und von 38,9% an den Kunsthochschulen. Ca 1/3 der österreichischen AbsolventInnen verbringt einen Teil des Studiums an einer nicht-österreichischen Universität. Sind wir dadurch international? Die Stimmen derer werden immer lauter, die eine stärkere Durchdringung des gesamten Hochschulsystems fordern und die Internationaliserung nicht nur, wie bisher, den Vizerektoren für Internationales und den Auslandsbüros überlassen wollen. Sie fordern eine Änderung der Gesamthaltung aller Universitätsakteure und -strukturen in Richtung einer stärkeren internationalen Ausrichtung. Nur mit der entsprechenden Einstellung kann ein positives Umfeld für Internationalisierung geschaffen werden.
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Letzte Änderung: 19.09.2004 (
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